Original English version
Die Rolle bei "Battlestar Galactica" begann als kleiner Nebencharakter, aber der "Chief" wurde von Staffel zu Staffel immer wichtiger. Der Darsteller des bei den Zuschauern sehr beliebten Mechanikers, der Kanadier Aaron Douglas, besuchte vom 30. April bis zum 2. Mai 2010 die
FedCon XIX in Bonn.
Gerne war er bereit, uns ein kurzes Interview zu gewähren. Wir sprachen mit Douglas über seine Zeit beim Kampfstern, die Entwicklung des Chiefs, sowie einem möglichen Besuch der Final Five in "Caprica". Außerdem bringt uns der Schauspieler seine neue Serienrolle etwas näher, und verrät, welches Bier er bei seinen Deutschland-Besuchen bevorzugt.
Das Interview führte Peter Glotz (Pedda), zusammen mit
Robert Vogel. Deutsche Übersetzung von Julia Warnke (Jewels).
Caprica City: Du warst einer der ersten Schauspieler von "Battlestar Galactica", der auf Conventions gegangen ist. Hast du deine Kollegen dazu überredet auch zu gehen?
Aaron Douglas: Nun, sie kennen mich alle als den Typen, der zu Conventions geht; wenn einer von ihnen dann geht, kommen sie zuerst zu mir und fragen: "Was ist das mit den Conventions?" Ich habe es ihnen erklärt und sie haben angefangen auch zu gehen. Ich habe immer Spaß dabei.
Caprica City: Wirst du auch weiterhin zu Conventions gehen, jetzt wo die Show zu Ende ist?
Aaron Douglas: Ich werde wahrscheinlich das Tempo etwas drosseln. Es gab ein paar bei denen ich in letzter Zeit war, weil ich es vor allem mag, in diesen Städten zu sein. Ich war auf einer in San Francisco und auf einer in Calgary am letzten Wochenende, weil ich seit einer Weile nicht mehr auf einer Convention in West-Kanada war. Und natürlich werde ich bei jeder Gelegenheit hierher [nach Deutschland] zu kommen, ja sagen.
Caprica City: Das ist deine zweite Convention in Deutschland. Hast du schon ein deutsches Lieblings-Bier?
Aaron Douglas: Oh, ich mag sie alle, aber gestern Abend habe ich Bitburger getrunken und das regionale Bier, Kölsch. Die waren wirklich gut, ich mag sie sehr! Das Problem ist nur, dass man nicht nur eins trinken kann. Es ist 4:40 Uhr am Morgen und man trinkt noch eins und man wundert sich was zum Teufel passiert ist. Wenn man nach Deutschland kommt, erwartet man, gutes Bier zu trinken.
Caprica City: Wurdest du bei "Galacatica" als wiederkehrender Charakter oder Episode für Episode eingestellt?
Aaron Douglas: Ich wurde für die Mini-Serie pro Drehtag bezahlt. Ich weiß nicht, ob sie weitere Pläne mit diesem Charakter hatten. Ich denke, dass es der ursprüngliche Plan war, den Chief irgendwann zu Beginn der ersten Staffel sterben zu lassen. Ich bin froh, dass sie das nicht getan haben.
Caprica City: An was erinnerst du dich am meisten an deinem ersten und letzten Tag am Set?
Aaron Douglas: Weißt du, ich erinnere mich nicht wirklich an den ersten Tag. Ich erinnere mich daran das Set zu betreten und die Größe des Sets zu sehen und zu denken: "Meine Güte, das ist cool!" All diese Sachen zu sehen und zu realisieren, dass ich an etwas teilhabe, was so viel größer ist als ich es bin.
Mein letzter Tag? Ich kann mich nicht so sehr an den letzten Tag erinnern, aber ich erinnere mich an die Szene, in der man mich das letzte Mal in der Show sieht, wenn der Chief nach Schottland geht. Ich erinnere mich daran das zu drehen und dann zurück in meinen Trailer zu gehen, einfach nur dazu stehen und zu denken: "Das ist das letzte Mal, dass man diesen Charakter sieht." Das ist schon eine komische Sache. Er ist weg, tot. Niemand schreibt mehr etwas über ihn. Ich habe es in meinem Kopf, was er getan hat, aber ich erzähle euch da nichts drüber.
Caprica City: Nachdem die erste Staffel gesendet wurde, hast du da gemerkt, dass dieses "Galactica"-Ding immer größer und größer wurde?
Aaron Douglas: Als es zuerst ausgestrahlt wurde, begannen die Fans darüber zu reden und viele Kritiker begannen zu schreiben, wie großartig die Show ist. Es war ein sehr kleiner Schneeball, der den Hügel hinunter rollte und er wurde am Ende gigantisch. Am Anfang hatten wir keinen Schimmer, was daraus werden würde.
Caprica City: Der Chief war zu Beginn der Show eine kleine Rolle. Was ist passiert, dass dein Charakter während der Serie mehr und mehr gewachsen ist?
Aaron Douglas: Ich weiß es nicht. Ich weiß, dass die Autoren wirklich mochten, was ich im Pilotfilm getan habe. In der ersten Staffel haben sie mir dann ein bisschen mehr zu tun gegeben. Und dann haben sie festgestellt, dass ich tatsächlich schauspielern kann. Also gaben sie mir etwas mehr, und wieder etwas mehr. Ron sagte: "Oh, ich mag diesen Charakter wirklich, es gibt viele Dinge, die wir mit diesem Charakter tun können und Aaron ist gut genug als Schauspieler um das umzusetzen." Also begannen sie mir mehr und mehr zu geben. Ich konnte nicht mehr gesegnet sein, ich liebe den Chief. Wenn ich die Wahl hätte, welchen der Charaktere der Show ich spielen wollte, würde ich wieder den Chief wählen.
Caprica City: Inwiefern denkst du, dass deine Schauspielerei die Autoren dazu beeinflusst hat, mehr über deinen Charakter zu schreiben?
Aaron Douglas: Nun, sie schauen und sehen, was du tust. Wenn du eine gute Vorstellung ablieferst, werden die Autoren dir mehr zu tun geben. Weil sie wissen, dass sie dir vertrauen können, müssen sie nicht um dich herum schreiben. Das ist es, worüber Ron geredet hat. Er sagte, dass er zuvor an Shows gearbeitet hat, bei denen man quasi um bestimmte Schauspieler herum schreiben musste, weil sie nicht talentiert genug waren, mit dem Material zu arbeiten. Sie können für jeden alles schreiben, wenn sie wissen, dass man es umsetzen kann. Sie sehen es, sie vertrauen dir und sie schreiben mehr. Ich weiß auch, dass meine Vorstellung manchmal nicht das war, was sie sich vorgestellt hatten, aber dass sie es lieber mochten. Sie sagten: "Oh, daran haben ich nicht gedacht, macht das mit ihm." Ja, sie haben mich durch einiges gebracht in all den Jahren, diese Autoren.
Caprica City: Ist es ein Türöffner? Erkennen dich Leute als "Chief" aus "Battlestar?
Aaron Douglas: Nun, es öffnet viele Türen in Hollywood. Sie haben es nicht gesehen, aber sie wissen auf jeden Fall, dass es eine großartige Show ist und dass die Schauspieler es wert sind, sich mit ihnen zu treffen und sie vorsprechen zu lassen. Es ist trotzdem schwierig, weil die Show nicht mehr im Fernsehen läuft und sie anfangen das zu vergessen, also fragen sie: "Was hast du zuletzt getan?"
Caprica City: Hast du während der Mini-Serie negative Reaktionen von den Fans der Original-Serie bekommen?
Aaron Douglas: Ich habe nichts abbekommen, weil es den Chief nicht im Original gab. Hätte ich einen Boomer-Charakter oder so etwas gespielt, wäre es sicherlich etwas anderes gewesen. Manche Leute kommen zu dir und sind ärgerlich darüber und manche gehen soweit zu sagen, dass die das Original lieben und nur das Original und sie daher die Show nicht gucken werden. Ich weiß nicht, wieso Leute mir erzählen müssen, dass sie meine Show nicht mögen. Wenn sie meine Show nicht mögen, gut, guckt die Show nicht, wechselt den Sender.
Es ist komisch, dass Leute meinen, sie müssten das tun. Ich sagen dann nur: "Okay, danke, ich werde deine Show auch nicht gucken." Die Leute, die sich weigern es zu gucken, weil die das Original mögen... Ich mag das Original auch. Ich mag sie beide aus verschiedenen Gründen. Pech, ihr verpasst ungefähr 96 Stunden großartiges Fernsehen. Ihr verpasst ein paar tolle Geschichten und klasse Unterhaltung. Wenn ihr so querköpfig seid: Go frak yourself!
Caprica City: Du hast in der dritten Staffel einen Gewerkschaftsführer gespielt und ich habe mit einigen Schauspielern geredet, die mir sagten, dass Aaron genau der Typ ist, der eine Schauspieler-Gewerkschaft gründen würde und das die Idee der Autoren daher kam.
Aaron Douglas: (lacht) Ja! Ich mag es nicht, wenn Leute ungerecht behandelt werden. Und ich habe kein Problem damit, meine Meinung zu sagen.
Caprica City: Jetzt da die Serie zu Ende ist, gab es einen Folge-Film, "The Plan". Denkst du, dass es eine große Nachfrage für mehr "Battlestar" gibt? Oder glaubst du, dass es endgültig vorbei ist?
Aaron Douglas: Ich sage niemals nie. Es gibt dabei viel zu viel Geld zu verdienen. Das ist es, worum es geht, was das Fernsehen möglich macht. Da sitzt wahrscheinlich irgendwo ein Buchhalter, der sagt: "Schaut auf all das Geld, das wir mit dieser Show gemacht haben. Warum können wir keine andere Mini-Serie drehen, einen Film drehen." Ich denke, der Plan mit "The Plan" war es, drei davon zu drehen. Diesen und zwei weitere. Aber dann haben sie es auf "The Plan" reduziert. Ich möchte nichts mehr nach Staffel 4 sehen; zeigt nicht, was der Chief in Schottland macht. Aber eine Hintergrundgeschichte oder so wäre interessant. Oder etwas zwischen "Caprica" und unserer Zeitlinie. Da liegen 40 bis 50 Jahre zwischen, da muss es etwas geben. Aber wer weiß.
Caprica City: Hast du "Caprica" gesehen? Wie findest du es? Denkst du, dass es eine gute Idee wäre, die Final Five in "Caprica“ zu sehen?
Aaron Douglas: Ich habe es nicht gesehen, ich hatte noch keine Gelegenheit. Ich war nicht viel zu Hause. Aber ich freue mich darauf, es anzusehen. Die Crew, die "Battlestar" gemacht hat, sind die gleichen Leute, die "Caprica" machen. Und ich habe viel mit diesen Leuten geredet. Sie sagten, dass es ziemlich cool ist. Nun, was die Final Five angeht, weißt du, ich verstehe die ganze Zeitlinie nicht (lacht). Wir sind Zylonen, wir sind Tausende von Jahren alt. Ich kann das nicht begreifen. Ich denke, dass es cool wäre, wenn einer der Charaktere in einen Kaffee-Laden geht, Michael Hogan liest in einer Ecke eine Zeitung. Tory ist hinter der Theke und macht mir einen Espresso. Ich denke das wäre interessant. Wir sind nicht die Final Five, er ist nicht der Chief, sondern jemand anders. Für die Fans wäre das der Thrill der Woche.
Caprica City: Ich habe Gerüchte über ein Remake von dem Original "Battlestar Galactica" gehört. Was denkst du als Fan, ist das sinnvoll?
Aaron Douglas: Ich weiß es nicht. Ich habe dieses Gerücht auch gehört. Glen Larson und Bryan Singer sollen das machen. Ich weiß, dass Bryan Singer ein brillanter Filmemacher ist, ich liebe seine Filme. Ich denke, dass er ein großartiger Regisseur ist und wenn er es tun würde, weiß ich, dass es hervorragend werden würde, es wäre großartig. Aber wieso ein Remake von einer Show machen, die gerade wieder verfilmt wurde? Das verstehe ich nicht. Ich bin mir sicher, dass sie einen Plan haben, der sinnvoll ist.
Caprica City: Wie du gesagt hast, sitzt vielleicht irgendwo bei Universal ein Buchhalter, der sich denkt: 'Battlestar' ist momentan beliebt, lasst uns einen Film drehen!”
Aaron Douglas: Nun, weißt du, NBC Universal hatte nie die Recht für eine Veröffentlichung in den Kinos, ihnen gehören nur die Rechte für das Fernsehen. Glen Larson hat die Film-Rechte. Also denke ich, dass er etwas in die Kinos bringen möchte.
Caprica City: Du hast uns neulich erzählt, dass deine neue Show “The Bridge” auf dem internationalen Markt verkauft wurde. Für all diejenigen, die die Show nicht kennen, worum geht es darin? Was können die Zuschauer erwarten? Wie hast du die Rollen bekommen?
Aaron Douglas: Ich bekam die Rolle, weil jemand bei [dem Kanadischen Fernsehsender] CTV ein großer Fan von "Battlestar" und mir ist. Er dachte, dass ich großartig als Frank Leo, der zwölf Jahre lang als Polizist gearbeitet hat und der Chef der Polizei-Gewerkschaft wurde, sein würde. Er ist also verantwortlich für 8000 Männer und Frauen auf der Straße. Die Geschichte ist über sein Leben als Gewerkschafts-Chef und wie er es schafft für die Mitglieder zu sorgen und mit der Gemeinde zu kämpfen. Was passiert, wenn ein Polizist in Schwierigkeiten gerät? Was passiert, wenn ein Polizist etwas Schlimmes tut? Und wie verteidigt er sie? Es ist eine ziemlich dunkle Show, in etwas so als wäre Tony Soprano ein Cop. Der Typ ist knallhart. Ja, ich mag diesen Charakter. Es läuft gut in Kanada und es wartet darauf bei CBS gesendet zu werden, danach kann es der Rest der Welt bekommen. Es wurde in einhunderpaarunddreißig Länder verkauft. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann sie die Erlaubnis bekommen, es auszustrahlen. Wir alle stehen herum und warten ein wenig. Warten darauf, dass CBS es ausstrahlt.
Caprica City: Die letzte Frage: Es gibt ein anderes Projekt, das seit geraumer Zeit in der Nach-Produktions-Hölle zu schmoren scheint und ich weiß nicht, ob es jemals veröffentlicht wird.
Aaron Douglas: Ist es "Blood: A butcher’s tale"? Ich habe keine Ahnung, was sie damit anstellen. Es war alles Greenscreen, wurde in einem Studio gedreht, das kleiner war als dieser Raum. Vielleicht 15 mal 15 Meter. Es war komisch, das zu drehen. Ich habe es nicht gesehen und von diesen Leuten seit 3 Jahren nichts gehört. Ich weiß nicht, was damit passiert. Ich wäre überrascht, wenn es plötzlich veröffentlicht werden würde. Ich wurde bezahlt, also ist es mir inzwischen egal. Schade um all die Arbeit und die Millionen, die jemand da rein gesteckt hat. Vampire sind sehr beliebt im Moment. Man sollte erwarten, dass es jemand direkt auf DVD veröffentlicht oder so etwas. Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es einfach schrecklich. (lacht)
Caprica City: Okay, vielen Dank!
Aaron Douglas: Okay, wir sehen uns.
Mit freundlicher Genehmigung von
Robert Vogel.
Links:
Homepage der FedCon,
Douglas-Thread in der Caprica City Community